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Citroen Deutschland
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WET 2019

Geschichte des Type H

In den 30er Jahren fängt Citroën an, Autos zu bauen, die Lasten von 500-800kg transportieren können. Studien von 1935 zeigten, dass Handwerker oder Händler diese Autos benötigten, da diese ihre Waren von Ort zu Ort transportieren oder sie gegebenenfalls in ihrem Auto verkaufen wollten. Schon zu Zeiten Andre Citroën´s gab es Untersuchungen in diesem Bereich, welche aber nicht fortgetzt wurden.Der erste Lieferwagen war der sogenannte"Le TUB".

Dieser Prototyp war noch teilweise aus Gips und Holz gefertigt und hatte noch keine Radaufhängung. Das Dach dieses Prototyps war breiter als das des Vorgängers und die Trittbretter waren nit Riffelgummi bespannt. Im Vergleich zum Serienmodell wies dieser fast doppelt so viel Wellblech auf; so sind hinter dem hinteren Kotflügel 10 statt 5 Wellblechstreifen. Auch die Luftschlitze sind bei der späteren Serie verschwunden. Die großen Scheinwerfer werden durch Citroën 2CV-Scheinwerfer ersetzt.

Nach dem II. Weltkrieg fehlten Transportmöglichkeiten und so schrieb der französische Staat einen Wettbewerb unter den Automobilherstellern aus. Das Ergebnis sollte ein preiswertes,robustes,praktisches Transportmittel für das Handwerk und den Handel sein, das weitgehend wartungsfreisein sollte. Mit dem Typ H gewann Citroën diesen Wettbewerb. Er war eine Weiterentwicklung des oben genannten Vorkriegsmodells TUB(weswegen er in Frankreich auch immer noch gerne TUB genannt wurde). Er hatte Motor,Getriebe und Fahrwerk vom Traction Avant (später aus der Citroën DS). Der Motor wurde jedoch rückwärts mit entgegengesetzter Motordrehrichtung eingebaut. Das gesamte Antriebsaggregat lag auf der Vorderachse, konnte auf dieser für Reparaturen nach vorne herausgezogen werden und war mit fünf Schmirstellen - zu einer Zeit, als andere noch bis zu 30 Schmirstellen aufwiesen - sehr wartungs- und reparaturfreundlich.

Der frontradgetriebene Lieferwagen H wurde auf dem Pariser Autosalon 1947 vorgestellt; ein Jahr vor dem Citroën 2cv. Von ihm wurden in verschiedenen Werken in Frankreich, Belgien, Portugal und Holland bis zum 14.Frebr. 1981 innerhalb von 34 Jahren 475000 Exemplare gebaut.

Das Wellblechmuster,das dem Modell sein charakteristisches Gesicht gibt, dient der Karosseriefestigkeit. Um den Aufbau vor Spannungsrissen zu bewahren, versteiften die Citroën-Leute einfach alles, was ihnen geeignet erschien.Schlussendlich lag die Blechdichte noch unter dem damaligen Durchschnitt. Ab Werk gab es nur den Lieferwagen mit 4,04m Länge und das Fahrgestell mit Fahrerhaus. Im Angebot der Karosseriebauer waren Planenwagen (auch mit Doppelkabine), Autotransporter, Niederflurhubwagen, Verkaufswagen, Busse, Tiefkühlwagen, Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen, Wohnmobile, Tiertransporter, rollende Labors und vieles mehr. Auch Varianten mit der hydropneumatischen Federung der Citroën DS an der Hinterachse gab es, die meisten davon waren Krankenwagen von dem holländischen Karosseriebauer Akkermann. Krankenwagen und Polizeiwagen waren als einzigste mit einem längeren dritten Gang ausgestattet, welcher 21 statt der üblichen 19 Getriebezähne aufwies. Einen vierten Gang gab es nur in den 50er Jahren für Benziner. Der Citroën HY ist das häufigste Modell des Citroën Lieferwagen Typ H und wurde meist als Typbezeichnung für alle H-Modelle (H, HY, HX, HW, HZ und 1600) verwendet. Die späteren Modellbezeichnungen HX, HY, HW und HZ bezeichneten die Varianten mit verschiedenen Nutzlasten,diese wurden mit breiteren Reifen ausgestattet. Die verschiedenen Verlängerungen von Radstand und Überhang hinten, die nur von Karosseriebauern (frz Carrossier, z.B. Currus, Gruau, Heuliez oder SAPA) und nicht von Citroën selbst gebaut wurden, hatten die Bezeichnungen Modification A (40cm Überhang) bis Modification F (1,2m Radstandverlängerung und 60cm Überhang). Dacherhöhungen gab es mit 10cm (für Krankenwagen), 20cm und 40cm und jeweils mit oder ohne Erhöhung des Daches über dem Fahrerhaus (avec capot und sans capot, also mit oder ohne "Kapuze"). Eine Gesamterneuerung wurde 1969 durchgeführt: Das bis dahin abgerundete Heck wich einer gerade ausgezogenen Ausführung.Die runden hinteren Kotflügel wurden durch eckige ersetzt. Die Kühlerhaube erhielt nun den neuen Citroën-Winkel.

Die Heckleuchten werden auf 21W umgestellt.Die vorderen Blinker bekommen neue Gehäuse.

Ab Juli 69 wurde H-Wagen die uber 3 Tonnen wogen mit Bremmsflüssigkeitskontrolleuchten ausgestattet.Ab Oktober wurde der Hx,wenn er über 3,2 Tonnen wiegt,durch die Typen HW und HW IN2 ersetzt.Der HW und HW IN2 wurden von Citroën selbst nur als Grundkarosse verkauft.Im November wird eine Öldrucksignallampe eingeführt. Es gibt nun nur noch eine Auspuffvariante für alle H Modelle.Die vordere und hintere Radaufhängung wird verändert,so dass mehr Platz im Radkasten bleibt.Alle Modelle erhalten ein neues Bremmssystem,speziel an der hinteren Radaufhängung werden neue,flexieblere Bremmsleitungen eingebaut. Ausgestattet war das Vehikel karg,aber durchdacht.In den vorderen Selbstmördertüren waren simple Schiebefenster,auf der rechten Wagenseite gab es eine ungemein praktische Schiebetür.Am Heck gab es drei Klappen:Zwei öffnen zur Seite und eine nach oben.Dem zunächst nur 35 PS(Diesel 41,5 PS) leistenden Motor löste 1963 ein moderneres,vom Citroën ID abgeleitetes Gerät ab;wahlweise mit 1,6 oder 1,9 Liter Hubraum(45 bzw 58 PS).Etwa gleichzeitig kam ein Diesel von Perkins ins Angebot der aber bald einem Indenor-Aggregat weichen musste.Allen gemein blieb bis zum Ende das Dreiganggetriebe,das dank seiner heftigen Drehlzahlsprünge Beschleunigungsorgien vereitelte. Die bis 1964 geteilte Windschutzscheibe wurde durch eine einheitliche Scheibe ersetzt.Das bis dahin runde Heckklappenfenster wurde durch ein eckiges ersetzt.

Neben in Portugal und Belgien gefertigten Modellen wurden auch geringe Stückzahlen in Holland gebaut,welche ab 1968 vorn angeschlagene Türen -statt der der üblichen Selbstmördertüren- hatten. Anbauteile nahm Citroën entsprechend aus der aktuellen Modellpalette aus dem Regal.So entsprach der Instrumentenhalter bis 1964 dem Citroën Tracion Avant und später dem Citroën Ami.1971 wurde beim HY und HZ das Amaturenbrett und die Achsen verbessert. Ab Februar 71 gab es für alle Modelle Dreipunktgurte. Im Januar 1980 bekamen die Seitenfenster ein neues Schließsystem.Der Motor bekommt ein neues Gehäuse.Als Extra gab es ein Alarmsystem.